Theatertage Lindenberg Von Liebe, Kühen und Überwachung

04.04.2017

[Lindenberg] Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Lindenberger Theatertage. Insgesamt fünf verschiedene Stücke werden in der Zeit vom 21.3.2017 bis 6. Mai 2017 gezeigt. Davon sind vier Stücke vom Landestheater Schwaben, welches die erste Spielzeit unter der Intendanz von Kathrin Mädler steht - neue, frische Akzente sind damit garantiert. 

Am 5. April 2017 wird es dann die berühmteste Liebesgeschichte der Welt aufgeführt: Romeo und Julia. Ein Stück über eine leidenschaftliche, furiose, herzzerreißende Betrachtung des kompliziertesten aller Gefühle.

Den Abschluss macht am 6. Mai 2017 das Stück "Ich bin das Volk" von Franz Xaver Kroetz - eine grelle Farce, scharfer Zeitkommentar, Polit-Comedy und ein Volksstück. 1993 schrieb Kroetz seine "volkstümlichen Szenen aus dem neuen Deutschland", die gegen die Fremdenfeindlichkeit gerichtet waren. Mit NSU, AFD und Pegida heute leider so aktuell wie damals. 

Alle Stücke des Landestheaters Schwaben finden im Löwensaal um 20 Uhr statt. Nur das Stück des Gymnasiums wird auf dem Kulturboden gespielt. 

Karten und Info: 

Kulturfabrik Lindenberg, Museumsplatz 1, 88161 Lindenberg 08381 – 9284310, kltrfbrklndnbrgd, www.lindenberg.de

Programmflyer zum Download

„Romeo und Julia“

Mittwoch, 5. April 2017, 20 Uhr, Löwensaal 

Romeos und Julias Liebesgeschichte ist kurz, aber intensiv und bedingungslos. Doch die Verbindung der beiden steht unter einem unglücklichen Stern, wie Shakespeares Prolog wissen lässt: Romeo und Julia gehören verfeindeten Familien an, deren Mitglieder sich in den Straßen Veronas auf Blut bekriegen. Der gesellschaftliche Druck ist übermächtig. Und so bleibt Romeo und Julia nur eine einzige gemeinsame Nacht, bevor sie unglücklichen Zufällen und fehl gehenden Rettungsplänen zum Opfer fallen. Das Liebespaar wird erst im Tod vereint und über Romeos und Julias Grab versöhnen sich die gegnerischen Familien.

Shakespeares Tragödie, deren Inhalt sich nicht zufällig wie die Beschreibung eines Hollywoodfilms liest, hat unsere Vorstellung von Liebe und die Kulturgeschichte der Romantik geprägt. Die Liebe von Romeo und Julia wurde zum unsterblichen Ideal. Und das Stück eine leidenschaftliche, furiose, herzzerreißende Betrachtung des kompliziertesten aller Gefühle.

„Ich bin das Volk – eine Farce“

Samstag, 6. Mai 2017, 20 Uhr, Löwensaal

 Ich bin das Volk ist grelle Farce, scharfer Zeitkommentar, Polit-Comedy und ein allzu deutsches Volksstück. 1993 schrieb Franz Xaver Kroetz seine „volkstümlichen Szenen aus dem neuen Deutschland“. Das Deutschland ist nicht mehr neu, aber der Anlass hat nichts von seiner Hässlichkeit eingebüßt: Demonstrationszüge haben sich den Slogan „ich bin das Volk“ zu eigen gemacht; der NSU-Prozess lenkt den Blick auf ein jahrelang und deutschlandweit operierendes rechtes Netzwerk, blind beobachtet vom Verfassungsschutz; die AFD gewinnt weiter Wähler und die EU kann sich zu keiner entschiedenen Hilfe für die Flüchtlinge der Kriege dieser Welt durchringen.

In Ich bin das Volk schafft Kroetz schnelle, energetische Szenen von starker Theatralität. Und er legt mit den darin auftretenden tumben Neonazis, den scheintoleranten Politikern, den gutmenschelnden Künstlern und feigen Lehrern brutal und hart den Finger in die deutsche Wunde: Was ist das für ein merkwürdiges Volk, das aus dem Dritten Reich zu viel und zu wenig zugleich gelernt zu haben scheint?

ROMEO UND JULIA  Tragödie von William Shakespeare: Regina Vogel, Rudy Orlovius (Bild: Forster)  
ROMEO UND JULIA Tragödie von William Shakespeare: Regina Vogel, Rudy Orlovius (Bild: Forster)
ROMEO UND JULIA  Tragödie von William Shakespeare: Rudy Orlovius, Regina Vogel (Bild: Forster)  
ROMEO UND JULIA Tragödie von William Shakespeare: Rudy Orlovius, Regina Vogel (Bild: Forster)
 

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