Theatertage Lindenberg - Von Liebe, Kühen und Überwachung

19.03.2017

[Lindenberg] Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Lindenberger Theatertage. Insgesamt fünf verschiedene Stücke werden in der Zeit vom 21.3.2017 bis 6. Mai 2017 gezeigt. Davon sind vier Stücke vom Landestheater Schwaben, welches die erste Spielzeit unter der Intendanz von Kathrin Mädler steht - neue, frische Akzente sind damit garantiert.

Den Beginn macht aber eine Inszenierung des Oberstufentheaters des Gymnasiums Lindenberg. Am 21.3.2017 zeigen sie auf dem Kulturboden um 20 Uhr das von der Theatergruppe selbst geschriebene Stück "Observer - Big sister is watching you!". In Anlehnung an George Orwells "1984" greift die Gruppe eines der größten Probleme unserer Zeit auf: Die Angst vor der totalen Überwachung. 

Weiter geht es am 1. April 2017 im Löwensaal. Dort steht "Out of Allgäu" auf dem Programm - ein "Muhsical" von Michael Barfuß. Darin setzt sich das Ensemble mit Herkunft, Heimat und Fremde auseinander. Es ist ein Liederabend über wohlige Heimatgefühle, das aufregende Fremde und das Wunder der Provinz. Neu entdeckte Sounds, lokales Liedgut und Gassenhauer inbegriffen. 

Am 5. April 2017 wird es dann die berühmteste Liebesgeschichte der Welt aufgeführt: Romeo und Julia. Ein Stück über eine leidenschaftliche, furiose, herzzerreißende Betrachtung des kompliziertesten aller Gefühle. 

Den Abschluss macht am 6. Mai 2017 das Stück "Ich bin das Volk" von Franz Xaver Kroetz - eine grelle Farce, scharfer Zeitkommentar, Polit-Comedy und ein Volksstück. 1993 schrieb Kroetz seine "volkstümlichen Szenen aus dem neuen Deutschland", die gegen die Fremdenfeindlichkeit gerichtet waren. Mit NSU, AFD und Pegida heute leider so aktuell wie damals. 

Als Schulvorstellungen zeigen wir darüber hinaus am 3. April 2017 zwei Mal das Kinderstück "Peterchens Mondfahrt". Alle Stücke des Landestheaters Schwaben finden im Löwensaal um 20 Uhr statt. Nur das Stück des Gymnasiums wird auf dem Kulturboden gespielt.  

Karten und Info: 

Kulturfabrik Lindenberg, Museumsplatz 1, 88161 Lindenberg 08381 – 9284310, kltrfbrklndnbrgd, www.lindenberg.de

Programmflyer zum Download

Die Inhalte des Programms:

„Observer – Big sister is watching you!“

Dienstag, 21.3.2017, 20 Uhr, Kulturboden in der Kulturfabrik 

Stellen Sie sich vor, Sie könnten jede Person an jedem beliebigen Punkt dieser Welt orten. Stellen Sie sich vor, Sie könnten jedes Gespräch jeder beliebigen Person jederzeit mithören, egal wann und wo. Sie wissen von den tiefsten Abgründen in jedem einzelnen Menschen, kennen seine geheimsten Träume und seine schlimmsten Ängste. Und stellen Sie sich vor, keiner dieser Personen, hat nur im Geringsten eine Ahnung davon. Genau in dieser düsteren Zukunft befinden sich die Protagonisten dieses Stü- ckes, in dem die ehemalige Regierungsmitarbeiterin Jane Donovan verdeckt gegen Staatsoberhäupter ermittelt, um die Bevölkerung vor dem totalen Überwachungsstaat zu retten. 

In Anlehnung an George Orwells „1984“ greift das Oberstufentheater des Gymnasiums Lindenberg in ihrem selbstgeschriebenen Stück eines der größten Probleme der heutigen Zeit auf: Die Angst vor der totalen Überwachung!

 

„Out of Allgäu – ein Muhsical“

Samstag, 1. April 2017, 20 Uhr, Löwensaal 

Wenn wir uns das Allgäu vorstellen, dann denken wir selbstverständlich an satte grüne Hügel, und seelenvolle schöne Kühe. Und wo sollte ein Allgäu-Liederabend spielen, wenn nicht auf einem Bauernhof mit herrlichem Ausblick? Da kommen dann bei einem Hoffest alle zusammen: die gastgebenden Bauern, der BMW-Fahrer aus München, die spröde Wirtstochter, das etwas peinliche Touristen-Pärchen und der Jungbauer, der Frau sucht. Landbewohner sind hier auf Landflucht und Städter auf Stadtflucht – denn das Glück ist ja immer da, wo man gerade nicht ist. 

Mit OUT OF ALLGÄU setzt sich das Ensemble mit Herkunft, Heimat und Fremde auseinander. Es geht um die Freude des Ankommens und die Sehnsucht des Weggehens. Es ist ein Liederabend über wohlige Heimatgefühle , das aufregende Fremde und das Wunder der Provinz. Neu entdeckte Sounds, lokales Liedgut und Gassenhauer inbegriffen.

„Romeo und Julia“

Mittwoch, 5. April 2017, 20 Uhr, Löwensaal 

Romeos und Julias Liebesgeschichte ist kurz, aber intensiv und bedingungslos. Doch die Verbindung der beiden steht unter einem unglücklichen Stern, wie Shakespeares Prolog wissen lässt: Romeo und Julia gehören verfeindeten Familien an, deren Mitglieder sich in den Straßen Veronas auf Blut bekriegen. Der gesellschaftliche Druck ist übermächtig. Und so bleibt Romeo und Julia nur eine einzige gemeinsame Nacht, bevor sie unglücklichen Zufällen und fehl gehenden Rettungsplänen zum Opfer fallen. Das Liebespaar wird erst im Tod vereint und über Romeos und Julias Grab versöhnen sich die gegnerischen Familien.

Shakespeares Tragödie, deren Inhalt sich nicht zufällig wie die Beschreibung eines Hollywoodfilms liest, hat unsere Vorstellung von Liebe und die Kulturgeschichte der Romantik geprägt. Die Liebe von Romeo und Julia wurde zum unsterblichen Ideal. Und das Stück eine leidenschaftliche, furiose, herzzerreißende Betrachtung des kompliziertesten aller Gefühle.

„Ich bin das Volk – eine Farce“

Samstag, 6. Mai 2017, 20 Uhr, Löwensaal

 Ich bin das Volk ist grelle Farce, scharfer Zeitkommentar, Polit-Comedy und ein allzu deutsches Volksstück. 1993 schrieb Franz Xaver Kroetz seine „volkstümlichen Szenen aus dem neuen Deutschland“. Das Deutschland ist nicht mehr neu, aber der Anlass hat nichts von seiner Hässlichkeit eingebüßt: Demonstrationszüge haben sich den Slogan „ich bin das Volk“ zu eigen gemacht; der NSU-Prozess lenkt den Blick auf ein jahrelang und deutschlandweit operierendes rechtes Netzwerk, blind beobachtet vom Verfassungsschutz; die AFD gewinnt weiter Wähler und die EU kann sich zu keiner entschiedenen Hilfe für die Flüchtlinge der Kriege dieser Welt durchringen.

In Ich bin das Volk schafft Kroetz schnelle, energetische Szenen von starker Theatralität. Und er legt mit den darin auftretenden tumben Neonazis, den scheintoleranten Politikern, den gutmenschelnden Künstlern und feigen Lehrern brutal und hart den Finger in die deutsche Wunde: Was ist das für ein merkwürdiges Volk, das aus dem Dritten Reich zu viel und zu wenig zugleich gelernt zu haben scheint?

Text: Kulturfabrik Lindenberg
Bilder: Forster

OUT OF ALLGÄU Muhsical von Michael Barfuß: Christian Müller, Regina Vogel, Elisabeth Hütter, Claudia Frost, Miriam Haltmeier und Band (Bild: Forster) 
OUT OF ALLGÄU Muhsical von Michael Barfuß: Christian Müller, Regina Vogel, Elisabeth Hütter, Claudia Frost, Miriam Haltmeier und Band (Bild: Forster)
OUT OF ALLGÄU Muhsical von Michael Barfuß: Christian Müller, Aurel Bereuter, Jens Schnarre (Bild: Forster) 
OUT OF ALLGÄU Muhsical von Michael Barfuß: Christian Müller, Aurel Bereuter, Jens Schnarre (Bild: Forster)
 
ROMEO UND JULIA  Tragödie von William Shakespeare: Regina Vogel, Rudy Orlovius (Bild: Forster)  
ROMEO UND JULIA Tragödie von William Shakespeare: Regina Vogel, Rudy Orlovius (Bild: Forster)
ROMEO UND JULIA  Tragödie von William Shakespeare: Rudy Orlovius, Regina Vogel (Bild: Forster)  
ROMEO UND JULIA Tragödie von William Shakespeare: Rudy Orlovius, Regina Vogel (Bild: Forster)
 

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