Bad Wörishofen - Vortragsreihe zum Stadtjubiläum im Haus „Zum Gugger“

17.04.2017

[Bad Wörishofen] Der Bad Wörishofener Michael Scharpf ist nicht nur im Verschönerungsverein der Kneippstadt aktiv, sondern ist auch bekennender Oldtimer-, Film- und Fotofan. Er besitzt ein umfassendes Bildarchiv über die Bad Wörishofener Stadtgeschichte und hat viele Ideen zur Programmgestaltung des Jubiläumsjahres 2017, in dem Bad Wörishofen die erste urkundliche Erwähnung vor 950 Jahren und den 120. Todestag Kneipps begeht, eingebracht.

Unter dem Titel „Interessante Themen zur Ortsgeschichte“ wird Michael Scharpf eine eigene Vortragsreihe zum Jubiläumsprogramm „950 Jahre Wörishofen“ beisteuern. 
Vier Termine sind im Veranstaltungssaal des Kunst- und Kulturhauses „Zum Gugger“ geplant, hier ein Überblick:

 

Donnerstag, 04.05.2017: Bad Wörishofen in Farbe“ – Ein Streifzug durch die Kneippstadt der 50er und 60er Jahre.

Nur langsam kehrte nach dem 2. Weltkrieg wieder Normalität in den Alltag der Wörishofer zurück. Erst ab 1949, als die meisten beschlagnahmten und zweckentfremdeten Kurheime und Sanatorien wieder frei wurden, setzte ein erster zaghafter Aufschwung ein, der sich innerhalb nur weniger Jahre zu einem gewaltigen Boom entwickelte. Schon in der ersten Hälfte der 50er Jahre wurden die Gästezahlen der Vorkriegsjahre übertroffen. Gehen Sie mit Referent Michael Scharpf anhand seiner umfangreichen Fotosammlung auf eine Zeitreise durch die Kneippstadt der Wirtschaftswunderjahre. Ländliche Idylle mit uralten Bauernhöfen mitten im Ort, staubige, ungeteerte Nebenstraßen, gleichzeitig pulsierendes Leben auf der Kurpromenade und vor dem Kasino - all das zeigen die digital restaurierten Farbaufnahmen. Sie vermitteln im Gegensatz zu schwarz-weiß-Fotos ein sehr heutiges, reales Bild der Stadt. Und dennoch ist der Ort kaum wiederzuerkennen, blieb doch seitdem kaum ein Stein auf dem anderen.

 

Donnerstag, 11.05.2017: „Wörishofen – Lazarettjahre und Ort der Heilung und Genesung für Displaced Persons“

Mit seinen großen Kurbetrieben und Sanatorien war Bad Wörishofen bereits im 1. Weltkrieg prädestiniert, um tausende verwundete deutsche Soldaten aufzunehmen. Auch im 2. Weltkrieg verwandelte sich der Ort erneut in eine Lazarettstadt, sichtbar gemacht durch große Rot-Kreuz-Bemalungen an Fassaden und auf Dächern, um einer Bombardierung durch die Alliierten zu entgehen. Mit Einmarsch der amerikanischen Armee wandelte sich das Bild innerhalb kürzester Zeit. Statt deutscher Soldaten beherrschten nun Displaced Persons in DP-Camps das Bild der Kneippstadt, Menschen, die den Holocaust im KZ oder den Naziterror als entwurzelte Zwangsarbeiter überlebt hatten. Für manche von ihnen kam die Rettung zu spät, viele jedoch erfuhren hier Zuwendung und Pflege und fanden so zurück ins Leben. In seinem Power-Point-Vortrag berichtet Michael Scharpf von dieser heute weithin unbekannte Facette der Wörishofer Geschichte und präsentiert zahlreiche, teils noch nie öffentlich gezeigte Fotos.

 

Donnerstag, 01.06.2017: „Bad Wörishofen - ein Ort im Wandel“ Power Point-Vortrag mit Überblendtechnik zwischen „Einst und Heute“.

Spätestens mit Erscheinen von Pfarrer Kneipps Millionenseller "Meine Wasserkur" im Jahre 1886 setzte ein ungeahnter Gästestrom ein, der das unscheinbare Dorf Wörishofen regelrecht überrannte. "Ein Bauerndorf wird Weltbad" titelte äußerst passend der spätere Kurdirektor Ludwig Burghardt, als er den Aufstieg der kleinen Landgemeinde zum weithin bekannten Kurbad zu Papier bringt. Ständig wurde Neues gebaut, Altes abgerissen, der Ort permanent umgemodelt und erweitert - eine Entwicklung, die bis in unsere Tage anhält. Heute ist Bad Wörishofen mit über 16.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis. Wie stark der Ort sein Gesicht verändert hat, wird besonders mithilfe der Überblendtechnik deutlich, mit der Michael Scharpf historische und neue Fotos von ausgewählten Gebäuden, Plätzen und Straßenzügen gegenüberstellt.

 

Mittwoch, 07.06.2017: „Die Gartenstadt“ Vom Militärflugplatz zum größten Ortsteil.(Vortrag verlegt vom 24.05.2017!)

Als Ende der 1930er Jahre im Osten Bad Wörishofens ein als Reichsgutverwaltung getarnter Militärflugplatz entsteht, war nicht abzusehen, dass sich daraus nach dem 2. Weltkrieg ein neuer, lebendiger und im Wortsinne junger Ortsteil der Kurstadt entwickeln würde. Hier fanden, als sich nach 1945 die Einwohnerzahl Wörishofens nahezu verdoppelte, vor allem Ausgebombte, Flüchtlinge und Vertriebene ein neues Zuhause. Ab 1949 setzte eine intensive Bautätigkeit ein, Straßenzug um Straßenzug wurde auf der grünen Wiese aus dem Boden gestampft, um die große Wohnungsnot der Nachkriegsjahre zu lindern, aber erst 1957 konnte die letzte primitive Holzbaracke geräumt werden. Verfolgen Sie anhand vieler historischer Fotos aus der Sammlung von Michael Scharpf die eindrucksvolle Entwicklung von der Flugplatz-Siedlung zur heutigen Gartenstadt.

Beginn der Vorträge ist jeweils um 20.00 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei!


Text: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen
Foto: Archiv Michael Scharpf          

 „Bad Wörishofen in Farbe“ – Ein Streifzug durch die Kneippstadt der 50er und 60er Jahre.
„Bad Wörishofen in Farbe“ – Ein Streifzug durch die Kneippstadt der 50er und 60er Jahre.
 

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