Waldbegehung des Gemeinderats Leutkirchs

20.06.2017

[Leutkirch] Am vergangenen Montag, 19. Juni 2017, traf sich der Leutkircher Gemeinderat zur Waldbegehung des Leutkircher Stadtwaldes. Stadtförster Karl-Josef Martin und der Außenstellenleiter des hiesigen Forstamtes Bernhard Dingler führten den Gemeinderat zu interessanten Stellen im Unteren Stadtwald in der Umgebung der Pfingstweide. Dabei informierten sie über aktuelle Waldentwicklungen im Stadtwald.

Im Jahr 2016 sind auf den rund 860 ha Stadtwaldfläche 8.988 Festmeter Holz eingeschlagen worden, informierte Stadtförster Martin. Das im Wirtschaftsplan 2016 vorgesehen Ergebnis von 248.000 Euro konnte mit 185.310 Euro nicht ganz erreicht. Gründe dafür seien, so Martin zum einen das Eschentriebsterben - das Eschenholz könne nur bedingt gut vermarket werden. Zum anderen würde der Wald vom reinen Fichtennutzwald, wie das bis in die 90er Jahre üblich war, mehr und mehr zum stabileren Mischwald umgebaut. Diese Umbaumaßnahmen werden sich aber in den kommenden Jahrzehnten auszahlen, ist sich der Stadtförster sicher. 

Ein Schwerpunkt der Nutzungen und Aktivitäten lag in 2016 auf  sogenannten „Erstdurchforstungen“ auf ehemaligen Sturmflächen aus dem Jahr 1990 mit einem hohen Anfall von Industrie- oder Brennholz. Diese Sortimente erbringen Erlöse von 5 Euro bis 45 Euro je Festmeter. Dagegen erbringen aber sägefähige Fichtensortimente Erträge von mindestens 65 Euro pro Festmeter.

„Die Erntemaßnahmen rechnen sich zwar allesamt, bringen jedoch nicht Erträge wie Nutzungen in älteren oder überwiegend nadelholzdominierten Beständen. Doch gerade Durchforstungen in Jungbeständen sind von größter Wichtigkeit und Dringlichkeit, da hier heute die Weichen für das weitere Bestandsleben gestellt werden“, erläuterte Martin. Bernhard Dingler ergänzte anhand von Schaubildern, wie sich die Zusammensetzung des Stadtwaldes in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt habe. Von über 90% Fichtenbestand in den 80er Jahren sei man nun auf einem guten Weg zu einem Mischbestand. Dieser bieten große Vorteile bei Sturmereignissen oder Baumkrankheiten, so Dingler.

Insgesamt wurden 2016 Durchforstungen auf einer Fläche von 55 ha durchgeführt, Holzernte wurde auf rund 77 ha getätigt.

Auch im Jahr 2016 waren Nutzungen von Eschenbeständen wieder einer der Arbeitsschwerpunkte im Stadtwald. Die Esche leidet seit nun etwa 10 Jahren an einer Pilzerkrankung,dem so genannten Eschentriebsterben. Vor allem aus Gründen der Verkehrssicherheit, aber auch um das Eschenholz noch nutzen zu können, werden deshalb weiterhin auffällige Eschen im Stadtwald entnommen. Überwiegend entlang von Straßen, Wegen, Erholungsschwerpunkten oder auch großflächigen Eschenvorkommen wie beispielsweise im „Oberen Stadtwald“ oder auf der Wilhelmshöhe.

Weitere Funktionen des Stadtwaldes seien zum Beispiel die Naherholung, der Naturschutz und die Luftreinhaltung. Zudem wird der Waldsportpfad im Oberen Stadtwald über die gesamte Saison von den Forstmitarbeitern unterhalten, erläuterte der Stadtförster. Die dafür anfallenden Aufwendungen werden wie die Aufwendungen für weitere Erholungseinrichtungen komplett durch die Einnahmen aus dem Stadtwald getragen.

In 2017 ist ein Einschlag von 8.300 Festmetern geplant, davon 7.470 Festmeter, die verkauft werden können. Einnahmen von 415.425 Euro werden dafür erwartet. Daraus resultiert unterm Strich ein erwarteter Ertrag von 113.546 Euro. 

In 2017 wurden seit Ende März im Stadtwald durch Sturmwurf oder aktive Nutzung entstandenen Freiflächen neu angepflanzt. Gepflanzt wurden Bergahorn, Kirsche, Eiche und Erle sowie Fichte, Douglasie und Lärche, insgesamt rund 5.700 Pflanzen auf etwa 2,5 ha Fläche. In der Hauptsache verjüngt sich der Stadtwald aber auf natürliche Weise mit Fichte, aber auch Weißtanne und verschiedenen Laubgehölzen, was aus Gründen der Stabilität sowie der erwarteten klimatischen Entwicklung sehr erfreulich ist, so die Information der Förster.


Text und Bilder: Stadt Leutkirch im Allgäu

 

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