Landkreis Lindau verstärkt Aktivitäten der kommunalen Entwicklungspolitik

17.10.2017

[Lindau] Seit Mai 2017 werden im Landkreis Lindau entwicklungspolitische Themen auf kommunaler Ebene vorangetrieben. Die Projektstelle, die zum größten Teil durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert ist, wird von Michael Remiorz besetzt.

Das Projekt „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ ist auf zwei Jahre angesetzt. Die Arbeitsaufgaben sind vielfältig, denn in Zeiten einer immer schneller zusammenwachsenden Welt beginnt Entwicklungspolitik direkt vor Ort in den Kommunen.

„Lokales Handeln wirkt sich auch global aus. So hat vieles von dem, was wir einkaufen, täglich essen oder wie wir mit Energie oder Mobilität umgehen, unmittelbare Auswirkungen auf Menschen in anderen Erdteilen,“ so Landrat Elmar Stegmann. Viele Kommunen sehen ihre Mitverantwortung für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung. Denn auch sie wirken auf globale Strukturen ein, beispielsweise durch ihre Beschaffungs- oder Energiepolitik. Gleichzeitig erkennen viele Kommunen, dass die ungelösten Probleme des Südens unweigerlich zu Problemen der Kommunen des Nordens werden - etwa in Form von Flüchtlingsströmen.

Hier wird der Landkreis Lindau in den kommenden zwei Jahren für eine nachhaltige Entwicklung aktiv:

Vernetzung der Akteure im Kontext der Agenda 2030

Im Zentrum der Arbeit steht die Agenda 2030 auf die sich die Vereinten Nationen im Jahre 2015 geeinigt haben. Den Kern des Weltzukunftsvertrages bilden 17 nachhaltige Entwicklungsziele, die auch Sustainable Development Goals (SDGs) genannt werden. In insgesamt 169 Unterzielen wird erklärt, worum es geht, was getan werden muss und wie viel man bis wann erreichen möchte. Wie sich der Landkreis hinsichtlich der Agenda 2030 einbringen kann, wird im Rahmen der Lindauer Fachtage im November 2017 erörtert. 

Wichtig ist eine enge Verzahnung von möglichst vielen Akteuren, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen und vermitteln, praktische Unterstützung leisten sowie Lernprozesse anregen. Die bereits vorhandenen Aktivitäten in diesem Bereich sollen gebündelt und ausgebaut werden. Um das Engagement sicht- und erfahrbar zu machen, wird gegenwärtig eine Bestandsaufnahme aller Initiativen im Landkreis Lindau mit der anschließenden Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches durchgeführt. Das Vorhaben wird von der „Servicestelle Kommunen für die Eine Welt“ unterstützt.

Faire Beschaffung in der Kommunalverwaltung

Ein weiterer zentraler Aspekt der kommunalen Entwicklungspolitik im Landkreis besteht darin, das Beschaffungswesen verantwortungsvoll und fair zu gestalten. Die Ausgaben der öffentlichen Hand für Güter, Dienstleistungen und Bauaufträge liegen in Deutschland bei ca. 480 Mrd. Euro. Davon entfallen gut 60% auf die Kommunen. Durch das Einfordern von Umwelt- und Sozialstandards können die Kommunen Angebote stark beeinflussen und letztlich die Arbeitsbedingungen vor Ort und in den Erzeugerländern verbessern. Die Umstellung auf faire Beschaffung bietet somit eine effektive und wirkungsvolle Möglichkeit, um Aspekte der Nachhaltigkeit in das tägliche Handeln der Kommunen zu integrieren und auch Bürgerinnen und Bürger noch mehr für das Thema zu interessieren und aktivieren.  

„Die faire Beschaffung endet aber nicht an den Landkreisgrenzen. Sie kann nur funktionieren, wenn wir alle bereit sind, uns stetig weiterzuentwickeln“ so Michael Remiorz. Aus diesem Grund haben sich mit Felicia Afriyie und Michael Remiorz die Koordinatoren kommunaler Entwicklungspolitik aus den Landkreisen Konstanz und Lindau zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Beschaffungskonferenz im Bodenseeraum zu organisieren. Zielgruppe sind die Gemeinde- und Landkreisverwaltungen. „Wir verfolgen beide die gleichen Ziele. Da macht es Sinn gemeinsam an Lösungen zu arbeiten“ findet Felicia Afriyie. Die Kommunen der Vierländerregion Bodensee kooperieren bereits in vielen Bereichen, wie etwa im Tourismus oder in der Wirtschaft – nun auch bei der Beschaffung.   

Landkreis Lindau verstärkt Aktivitäten der kommunalen Entwicklungspolitik

Weitere Informationen zur kommunalen Entwicklungspolitik sowie zu den Themen Agenda 2030 und Faire Beschaffung finden Sie auf der Homepage des Landkreises Lindau (Bodensee) unter www.landkreis-lindau.de/Gesellschaft-Soziales/Kommunale-Entwicklungspolitik.  

 

Text und Bild: Landkreis Lindau

v.l.n.r. Felicia Afriyie und Michael Remiorz die Koordinatoren kommunaler Entwicklungspolitik aus den Landkreisen Konstanz und Lindau.
v.l.n.r. Felicia Afriyie und Michael Remiorz die Koordinatoren kommunaler Entwicklungspolitik aus den Landkreisen Konstanz und Lindau.
 

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