Erste Waldkindergartengruppe Memmingens eröffnet

20.06.2018

[Memmingen] Bei strahlendem Sonnenschein feierte die Waldgruppe des Eisenburger Kindergartens die offizielle Einweihung mit anschließendem Tag der offenen Tür. Die drei Bürgermeister der Stadt Memmingen kamen zu dem Stelldichein im Wald und brachten Geschenke für die 14 Mädchen und Buben mit.

Die 3- bis 6-Jährigen erkunden bereits seit neun Monaten gemeinsam mit ihren drei pädagogischen Fachkräften den Wald rund um den im September letzten Jahres eröffneten Waldkindergarten an der Bleiche. Der Bauwagen, der als Ausgangspunkt für alle Aktivitäten oder als Ort zum Aufwärmen dient, steht in einem schönen Waldstück mit kleinem Bach, umgeben von hohen Bäumen. 

Oberbürgermeister Manfred Schilder stand während des Eröffnungsliedes der Waldkinder die Freude ins Gesicht geschrieben. Bei seiner Begrüßung der zahlreich erschienen Kinder, Ehrengäste, Erzieherinnen und Eltern brachte er dies auch zum Ausdruck: „Ich habe mich schon lange auf diesen Termin gefreut.“ Sein Gefallen am Konzept der Waldpädagogik zur Förderung der Phantasie und Kreativität sowie der spielerischen Schulung der Kinder im verantwortungsvollen Umgang mit der Natur hin zu nachhaltig handelnden Menschen hob er besonders hervor. Er dankte allen, die an der Entwicklung und Realisierung des Projektes beteiligt waren. Im Besonderen Kita-Amtsleiter Bernhard Hölzle mit Fachkraft Thomas Geyer, Kita-Leiterin Barbara Küchle mit Gruppenleiterin Barbara Just und dem städt. Forstamtsleiter Stefan Honold für ihre sehr gute Zusammenarbeit. Aber natürlich auch den großzügigen Sponsoren des Lattemann und Geiger Sternenhimmel e.V. und dem Krematorium Memmingen, das durch Stefan van Dorsser, Betriebsleiter des Krematorium Memmingen, und Pieter Jan Keizer, Sohn des Vorstandsvorsitzenden 'die Facultatieve Gruppe', Henry Keizer, vertreten war.

Barbara Just, Gruppenleiterin der ersten Waldkindergartengruppe Memmingens, gewährte den Anwesenden durch einen kurzen Abriss Einblicke in einen typischen Tagesablauf der Kinder. „Die Kinder haben hier viel Platz und Stille. Der Aufenthalt im Wald ist für sie ein riesengroßes Abenteuer. Sie lernen die Liebe und Achtung der Natur gegenüber, was uns sehr wichtig ist.“ Morgens starten die Kinder mit einem Morgenkreis gefolgt von der sogenannten Freispielzeit. Dabei stehen den Kindern selbstkreierte Spielbereiche wie das Piratenschiff, das Räuberlager, die Ritterburg oder das Hexenhaus zur Verfügung. Zur Schulung der Körperwahrnehmung und Anregung der Sinne dient der Barfußpfad mit  verschiedenen Untergründen aus Sand, Tannenzapfen und Moos. Anschließend wird dann gemeinsam Brotzeit gehalten und eventuell Kreisspiele gespielt oder Lieder gesungen. 

„Laut dem Konzept der Waldpädagogik verbringen unsere Waldkinder die meiste Zeit im Wald, auch wenn es mal regnet oder schneit. Sie sind hart im nehmen. Gerade mal 5 Tage haben sie seit September im Rückzugsraum des Kindergartens Eisenburg verbracht“, erzählt Barbara Küchle, Leiterin des Kindergartens Eisenburg während ihrer kurzen Ansprach stolz. 

Im Anschluss an die Begrüßungsworte ging es ans Überreichen der Geschenke. Ganz der Waldgruppe entsprechend, war auch diese Übergabe nicht gewöhnlich:  Oberbürgermeister Manfred Schilder hieb zunächst auf eine Schatzkisten-Piñata ein, aus der Süßigkeiten und kleine Taschenlampen für die Kinder herausfielen.

Während die Kinder sich bei verschiedenen Spielstationen vergnügten oder einfach nur den Wald rund um den Bauwagen erkundeten, bestand für die Eltern, Besucher und Ehrengäste die Möglichkeit, bei selbstgebackenem Kuchen ins Gesprächen zu kommen.


Text und Bild: Stadt Memmingen

 

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