Bürgermeister sucht Frau

07.08.2018

[Isny] Der Bürgermeister aus Isny im Allgäu, Rainer Magenreuter, sucht eine Frau. Halb nackt soll sie sein, mit blankem Busen und mehreren hundert Jahren auf dem Buckel. Die Rede ist von einem uralten, historischen Messing-Griff, der vor rund 40 Jahren bei ei-nem Rathausumbau unter mysteriösen Umständen abhandenkam.

Die glänzende Schönheit wölbte sich im Isnyer Rathaus rücklings neben der Klinke an der Tür zum historischen Sitzungssaal. „Da hatten die Gemeinderäte direkt beim Eintritt ihre Freude dran“, weiß Walter Bühler aus eigener Erfahrung. Der ehemalige Stadtrat hat in den 70er-Jahren den Umbau intensiv begleitet. Von ihm stammt die einzige Fotografie des vermissten Objekts – und eine wilde Vermutung: „Den Griff hat damals jemand mitgehen lassen.“ 

Gemopst? Geklaut? Stibitzt?

Die griffige Dame ist jedenfalls verschollen. Mit dem unscharfen Fahndungsfoto aus Bühlers Unterlagen macht sich Rainer Magenreuter jetzt auf die Suche nach der handschmeichelnden Figur, die sich an der Tür räkelte. „Es wäre doch schade, wenn unser besonderes Rathaus ohne diese besondere Frau auskommen müsste.“ 

Recht hat der Bürgermeister – denn die Türgriff-Frau gehört in dieses Rathaus genau wie die üppigen Erker mit den geschreinerten Herzen, die opulenten Stuckdecken und die Geheimfächer und Gucklöcher. „Kaum ein Rathaus hat so viele Raffinessen, wie das in Isny“, ist Walter Bühler überzeugt. 

Schuld daran ist freilich nicht die Stadtverwaltung, sondern eine alte Isnyer Kaufmannsfamilie. Das Patrizierhaus mit einer Bausubstanz aus dem 15. Jahrhundert gehörte zuletzt Johannes Albrecht. Er war einer der letzten großen Isnyer Handelsherren im Mittelalter und gestaltete das Gebäude im frühbarocken Stil um. Unter anderem mit einem fürs Allgäu völlig untypischen Winterthurer Fayence-Kachelofen aus dem 17. Jahrhundert und der barbusigen Frau an der Tür zum Sitzungssaal.

Der Ofen ist noch da – die Frau ist weg. Statt der verschraubten Messing-Dame sind nur noch zwei in die Löcher eingearbeitete Holz-Stückchen zu sehen. „Ein Jammer“, findet Rainer Magenreuter und hofft inständig auf einen glücklichen Zufall und ein freudiges Wiedersehen. „Ich weiß nicht, wer den Griff hat. Vielleicht ist er verkauft worden. Vielleicht haben ihn Erben gefunden und wissen gar nicht, was das für ein Griff ist.“ Böse sei ganz sicher niemand mehr. Nur dankbar im Falle eines Wiedersehens. Rainer Magenreuter ist zuversichtlich, dass sich irgendjemand an dieses besondere Stück erinnert. „Oder ein Foto davon hat. Oder wenigstens einen Hinweis geben kann.“

Für den Fall, dass die Frau tatsächlich wiederauftauchen sollte, hat sich Magenreuter bereits eine ganz besondere Belohnung für den Finder überlegt: ein Frühstück mit dem Bürgermeister auf dem Rathausbalkon direkt oberhalb der malerischen Fußgängerzone von Isny. „Eine weitere Besonderheit unserer guten Stube“, wie Rainer Magenreuter findet. Seine echte Frau würde übrigens auch daran teilnehmen.

INFO:

Sachdienliche Hinweise nimmt das Rathaus in Isny entgegen unter Telefon +49 7562 984 - 112 oder per E-Mail unter rnrmgnrtrsnyd.

Wer das Isnyer Rathaus erkunden möchte, tut dies am Besten im Rahmen einer Führung. Die nächsten Termine sind: 

Sonntag, 12. August, 11 Uhr
Sonntag, 9. September, 11 Uhr
Sonntag, 11. November, 11 Uhr 

Treffpunkt: vor den Arkaden, Wassertorstraße 1-3, 88316 Isny

Die Führung dauert ca. 1 Stunde, die Kosten betragen 5 Euro. Für Inhaber der Kurkarte Isny und der Allgäu-Walser-Card gibt es 1 Euro Ermäßigung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 6 Personen.

Text und Bild: Isny Marketing GmbH

Der Bürgermeister aus Isny im Allgäu, Rainer Magenreuter, sucht eine Frau. Halb nackt soll sie sein, mit blankem Busen und mehreren hundert Jahren auf dem Buckel.  
Der Bürgermeister aus Isny im Allgäu, Rainer Magenreuter, sucht eine Frau. Halb nackt soll sie sein, mit blankem Busen und mehreren hundert Jahren auf dem Buckel.
Der vermisste Messing-Griff. Bild: Walter Bühler 
Der vermisste Messing-Griff. Bild: Walter Bühler
 

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