Bayerns längste Bahnbaustelle 2018: Halbzeitbilanz bei der Elektrifizierung im Allgäu

14.07.2018

[Berlin/Allgäu] Nach über drei Monaten Bauzeit zog die Bahn heute eine Zwischenbilanz auf Bayerns längster Bahnbaustelle 2018. Die Elektrifizierungs- und Ausbauarbeiten zwischen München-Geltendorf und Lindau begannen Ende März und werden in großem Umfang noch bis Mitte Oktober andauern.

Auf der 157 Kilometer langen Strecke erneuert die DB Gleise, passt Bahnübergänge und Brücken an, saniert Dämme und Überführungen, installiert neue Stellwerkstechnik und errichtet Oberleitungen damit sich Ende 2020 die Fahrzeit nach Zürich auf 3,5 Stunden verringert.

"Mit dem Fortschritt der Bauarbeiten sind wir gut im Zeitplan, teilweise sind wir sogar voraus wie beim Tiefbau", so DB-Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier, heute in Türk-heim. Bisher sind 45 Kilometern neue Schienen verlegt worden und auf 50 Kilometer Länge Oberleitungsmasten gesetzt bzw. Oberleitung gezogen worden. 2018 konzentrieren sich die Bauarbeiten auf den rund 100 Kilometer langen Abschnitt zwischen Buchloe und Hergatz. 

Die örtlich umfangreichsten Arbeiten fanden im Juni in Kaufering bei Landsberg statt. Binnen 20 Tagen haben 160 Bauarbeiter rund um die Uhr 7 Weichen und 8 Signale erneuert und 35 Kilometer Kabel verlegt. 30.000 Tonnen Boden wurden ausgehoben und ca. 21.000 Tonnen Altschotter ausgebaut. 11 Zwei-wegebagger, 14 Kettenbagger, 40 LKW und 4 Schubraupen sowie spezielle Gleisstopfmaschinen bauten 8.000 Tonnen Planumsschutzschicht, 13.000 Tonnen Unterschotter und 9.300 Tonnen Schotter ein. Der westliche Bereich des Bahnhofs Kaufering ist nun völlig neugestaltet. Die Züge können künftig mit 160 km/h statt bisher ist 100 km/h fahren.

Neuer Bahnhof für Türkheim:
Komplet umgebaut wird in diesen Tagen der Bahnhof Türkheim. Die alten Bahnsteige und Gleisanlagen sind abgebaut.
Ein neuer Hausbahnsteig an Gleis 1 und ein Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen 3 und 4 entsteht auf 210 Metern Länge. Eine neue Personenunterführung mit Rampen wird ihn künftig barrierefrei erreichbar machen. Neue Weichen ermöglichen höhere Zuggeschwindigkeiten. Die Bahn gestaltet auch den Bahnübergang an der Kreisstraße MN 10 sowie die Buswendeschleife am Bahnhof neu. 

Ein weiterer Schwerpunkt in 2018 sind die Umbauarbeiten zwischen Mindelheim und Stetten. An zwei Stellen saniert die DB mit großem Aufwand insgesamt 1,1 Kilometer Bahndamm. Stellenweise ist er 15 Meter hoch. Weichschichten im Untergrund machen dies notwendig. Ein völlig neues Viadukt ersetzt direkt in Stetten ein fast 150 Jahre altes Vorgängerbauwerk. Matthias Neumaier: "Wir müssen bei diesen Bauwerken einen stabilen Untergrund errichten. Teilweise arbeiten wir mit Senkkästen, teilweise rammen wir lange Pflöcke tief in den Boden.“

Im westlichen Teil des diesjährigen Baustellenbereiches zwischen Memmingen und Leutkirch stehen Arbeiten an Bahnübergängen im Vordergrund. Die Tiefbauarbeiten sind an 11 Stellen bereits abgeschlossen. Im Bereich von Aitrach folgen im August zwei weitere Bahnübergänge. In Tannheim, Aichstetten und Kißlegg haben Bahnbauarbeiter neue Stellwerkstechnik und Signalanlagen installiert. Teilweise laufen noch Kabelarbeiten.

"Wenn wir im östlichen Teil im September und im westlichen Bereich im Oktober die Gleise für den Zugverkehr freigeben können, dann haben die Bauarbeiter auch weiter zu tun, wenngleich ohne nennenswerte Einschränkungen für den Verkehr. Z. B. wird mit dem Neubau einer großen Bahnbrücke bei Wangen begonnen werden. Und im Frühjahr 2019 geht es dann in großem Umfang, ähnlich wie heuer, weiter". so der Projektleiter. 


Text und Bild: Deutsche Bahn AG

Bahn-Bauarbeiten im Bahnhof Kaufering: Für 12 Millionen Euro neue Weichen, Gleise, Signale und eine Oberleitung. (Foto DB AG)
Bahn-Bauarbeiten im Bahnhof Kaufering: Für 12 Millionen Euro neue Weichen, Gleise, Signale und eine Oberleitung. (Foto DB AG)
 

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